Stift Schlägl unter dem Hakenkreuz
Das Schicksal des Klosters und seiner Pfarren im Dreiländereck zur Zeit des Nationalsozialismus (1938-1945)
Vortrag (Power Point) von Johann Großruck
Peilstein, Pfarrsaal, Fr. 25. Nov. 2011 um 19 Uhr
Am 29. April 1941 wird das Gesamtvermögen des Prämonstratenserstiftes Schlägl aus „staatspolizeilichen Gründen“ im Rahmen einer Gestapo-Razzia beschlagnahmt und in Folge als „volks- und staatsfeindliches Vermögen“ zu Gunsten des Reichsgaues Oberdonau enteignet. Das Stift wird zum „Gaugut Oberdonau“ umfunktioniert. Abt Benedikt Sobotka muss mit dem Konvent das Kloster verlassen.
Im Andenken an diese dramatischen Ereignisse gibt Johann Großruck 70 Jahre später mit einer Power-Point-Präsentation einen umfassenden Einblick in die Situation des Stiftes Schlägl und seiner Pfarren im Dritten Reich. In seiner 1999 erstmals veröffentlichten Forschungsarbeit aus den Jahre 1975-1981 ist er dem Phänomen nachgegangen, warum das jahrhundertelange Bemühen des Stiftes Schlägl um die religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung hier im oberösterreichisch-bayerisch-böhmischen Grenzraum zur „Staatsfeindlichkeit“ mit allen daraus resultierenden tragischen Konsequenzen deklariert werden konnte.